Am 11.11.2025 hat der Projektleiter des Regierungspräsidiums Karlsruhe (RP), Jens Teege, den aktuellen Stand zu den Themen Baumgutachten, Dammverteidigungsweg und Pumpversuchen vorgestellt. Er sprach im Rahmen der Mitgliederversammlung des Umweltforums der Stadt Mannheim, bei wir mit zwei Vertretern vor Ort waren.

Wie bereits Anfang des Jahres von uns berichtet, reicht das RP im Planfeststellungsverfahren eine Variante zur Rheindammsanierung nach, in der die statisch selbsttragende Spundwand auf voller Länge im bestehenden Damm geplant ist. Eine derartige „Hochwasserschutzwand“ entspricht der von der BIG vor Jahren vorgeschlagenen baumschonenden Alternative zu den ursprünglichen Plänen des RP. Sie wird inzwischen von den Experten des RP als sicherste Lösung eingestuft. Wir sind daher zuversichtlich, dass sie als die neue „Vorzugsvariante“ eingereicht wird.

Baumgutachter schaut den Planern auf die Finger

Die Spundwände müssen teilweise in der Nähe von vorhandenen Bäumen eingebracht werden, was zu Schädigungen von Wurzeln und Baumkronen führen kann. Hier hat der Baumgutachter Sascha Jillich (Urban Tree Consulting) die Aufgabe, Möglichkeiten für den Erhalt der Bäume im späteren Arbeitsbereich zu prüfen. Sowohl in der aktuellen Planung als auch in der späteren Bauphase hinterfragt er kritisch alle Schritte.

Pumpversuche abgeschlossen – Grundwassermodell steht noch aus

In den letzten Wochen wurden Pumpversuche durchgeführt, um das Strömungsverhalten des Grundwassers unter dem Damm analysieren zu können. Auf dieser Grundlage wird jetzt ein Grundwassermodell erarbeitet. Das ist wichtig, da die Spundwand einerseits den Grundwasserstrom nicht unterbrechen darf, aber andererseits fest im Boden verankert sein muss.

Dammkronenweg auch weiterhin vorhanden und nötig

Wie bereits im August berichtet, gab es Ende Februar 2025 eine Abstimmung zwischen dem RP und dem Katastrophenschutz der Stadt Mannheim.

Man war sich einig, dass ein Betriebsweg auf der Dammkrone, wie er heute in Breite und Tragfähigkeit schon vorhanden ist, auch künftig ausreichend ist. Er wird so gestaltet sein, dass er dann mit den notwendigen Fahrzeugen des Katastrophenschutzes befahren werden kann. Laut RP spielt dabei die Frage, für welches Gewicht der Weg ausgelegt ist, keine Rolle für den Baumschutz.  

Rheindamm Herbst

Der künftige Weg wird eine 3 Meter breite Asphaltschicht und jeweils ein 0,75 Meter begrüntes Bankett haben. Bereits heute ist der Weg teilweise bis zu 5 Meter breit asphaltiert, weshalb wir keinen größeren Eingriff in den Baumbestand erwarten. Der Weg wird außerdem für die Baumaßnahme selbst und für Unterhaltungsmaßnahmen am Damm genutzt werden. Vorgesehen ist außerdem, dass der Weg außerhalb von Hochwasserphasen selbstverständlich wie bisher von der Bevölkerung genutzt werden kann. Nur im Hochwasserfall würde er aus Sicherheitsgründen abgesperrt werden.

Im Bereich der Kleingärten gibt es bereits seit 2019 Planungen des RP, die Spundwand auf die Landseite zu verlegen. Damit bliebe auch die alte Bergahornreihe erhalten, was in der Sitzung nochmals bestätigt wurde. 

Diese Variante folgt der Forderung der BIG nach Baumerhalt

Entgegen der ursprünglichen Planung, die eine baumfreie Zone von bis zu 50 Metern Breite vorgesehen hat, kann mit der neuen Variante der weit überwiegende Teil der Bäume erhalten bleiben. Damit wäre die Forderung aus unserer Petition von 2018, die inzwischen von mehr als 47.000 Menschen unterzeichnet wurde, erfüllt.

Das Amt für Umweltschutz hat der BIG mitgeteilt, dass es mit der Offenlage nicht vor dem 4. Quartal 2026 rechnet. Wenngleich die Vertreter des RP glaubhaft vermittelt haben, dass ihnen der Erhalt der Bäume wichtig ist, wird die BIG den weiteren Verlauf aufmerksam begleiten und über konkrete Ergebnisse berichten. Diese wird es voraussichtlich erst im neuen Jahr geben.

Weiterführende Informationen: Pressemitteilung des Vorhabenträgers Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe 

Weg auf dem Damm
heutiger Weg auf dem Damm
Veröffentlicht am 13. November 2025

Ihr Ansprechpartner:

Marc-Oliver Kuhse

Marc-Oliver Kuhse

Funktion: BIG Stellvertretender Vorsitzender

Kontakt: Marc.Kuhse@BIG-Lindenhof.de